Blühende Gärten sind viel schöner und wertvoller für Tier und Mensch als auf Folie aufgebrachte tote Schotterflächen.

Der NABU zum Thema:

Rückgang artenreicher Wiesen und Weiden immer dramatischer

Anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt hat der NABU auf den anhaltend dramatischen Verlust von artenreichem Grünland in Deutschland hingewiesen. Wiesen und Weiden sind durch europäisches Recht besonders streng geschützt, dennoch wird dieser wichtige Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten immer noch zerstört. "

Auch in Nordrhein-Westfalen ist die Situation dramatisch", sagte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Trotz der seit Februar 2011 geltenden Grünlanderhaltungsverordnung sei es der Landesregierung bisher nicht gelungen, wertvolles artenreiches Grünland nachhaltig zu schützen. Seit 2003 hat die gesamte Grünlandfläche in NRW um 7,4 Prozent abgenommen. Der Anteil des Grünlands an der landwirtschaftlichen Nutzfläche ist um 5,6 Prozent zurückgegangen. 2011 lag diese Zahl noch bei 6,2 Prozent. "Dank der Dauergrünlandverordnung ist der Grünlandverlust zwar endlich eingedämmt. Aber leider hat die Qualität der artenreichen Wiesen und Weiden in den nordrhein-westfälischen Schutzgebieten von europäischem Rang sowohl in den Mittelgebirgsregionen als auch im Tiefland im gleichen Zeitraum jedoch weiter massiv abgenommen", so Tumbrinck. Die aktuelle Entwicklung ließe sich mit "Grasacker statt Blumenwiese" beschreiben.

20.04.2016

NABU-Projekt: Schmetterlingsfreundlicher Schulgarten

Ein Schmetterlingsfreundlicher Schulgarten ist auch für Hummeln, Wild- und Honigbienen interessant, und allemal für den Menschen. Der NABU Nordrhein-Westfalen hat dazu gerade ienen Wettbewerb gestartet. Mehr dazu hier.

Die Aktion "Blühende Landschaft Lippe" zieht Kreise

Nachdem sich Imker- und Heimatvereine in verschiedenen Orten aktiv für Blühbereiche eingesetzt haben, Städte und Gemeinde Projekte ausweisen und sogar in vielen Fällen schon umgesetzt haben, Lippequalität-Betriebe sich bewusst engagieren, ziehen jetzt auch Industriebetriebe nach und beginnen, ihre Grünflächen auf Umwandlung in Blühbereiche zu untersuchen.

Zu einer guten Planung gehört, dass der Boden rechtzeitig vorbereitet. Dazu muss die Grasnarbe oft erst abgetragen oder gut untergepflügt werden.

Wer an Blühbereiche denkt, sollte nicht nur Blumen im Blick haben. Büsche und Bäume, die unterschiedlichen Zeiten blühen, Streuobstwiesen, Staudenpflanzen - das ist alles sinnvoll und nötig, nicht nur die einjährige Samenmischung, die für den Hausgarten oder das Straßenbegleitgrün geeignet ist.

Es kommt auch auf die Lage eines Grundstücks und die Bodenbeschaffenheit an: schattig oder sonnig, feucht oder trocken, lehmig oder sandig, fett oder mager. Da iust es oft besser, sich fachlich beraten zu lassen, bevor man viel investiert. Dann oftmals ist weniger auch mehr. Die Aktion "Blühende Landschaft Lippe" vermittelt bei Bedarf auch fachliche Beratung für Firmen, Vereine und Privatleute.

Was sich bislang getan hat, kann man hier lesen.

12.03.2015

Lippische Bürgermeister für "Blühende Landschaft"

Die Mitglieder der lippischen Bürgermeisterkonferenz unterschreiben die Vereinbarung zum Projekt „Blühende Landschaft Lippe“. Im Vordergrund von links: der derzeitige Sprecher der Konferenz, Bürgermeister Eberhard Block (Horn-Bad Meinberg), Günter Puzberg als Initiator und Landrat Friedel Heuwinkel (Foto: privat).

Im Jahr 2014 haben alle Mitglieder der lippischen Bürgermeisterkonferenz und der Landrat eine Vereinbarung unterschrieben, mit der sie sich hinter das Projekt "Blühende Landschaft Lippe" stellen und versuchen wollen, diesen Gedanken auch in ihren Kommunen unterzubringen und in nächste Entscheidungen und das alltägliche Handeln einzubringen. Alle sind sich darüber im Klaren, dass ein solches Projekt viel Umdenken, manche längerfristige Planung und verändertes Handeln erfordert und daher nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann.

Die Vereinbarung hat folgenden Wortlaut:
"Die Mitglieder Bürgermeisterkonferenz als Vertreter der Städte und Gemeinden in Lippe machen sich das Projekt "Blühende Landschaft Lippe" zu eigen und erklären, die Bemühungen zu einer artenreichen Flora als Blühangebot für eine vielfältige Fauna in ihren Kommunen zu unterstützen, zu stärken und weiter aufzubauen. Sie tragen auf diese Weise dafür Sorge, dass die Städte und Gemeinde des Kreises Lippe ihren Beitrag zum Projekt "Blühende Landschaft Lippe" zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger, zum Ansehen der Region und ihrer Landschaft und vor allem zum Erhalt und zur Pflege einer artenreichen Natur und vielfältigen Kulturlandschaft in Lippe leisten."

Zuvor hatten die Schirmherrin, Prinzessin Dr. Traute zur Lippe, und Günter Puzberg als Vorsitzender der Lippischen Regionalbewegung "Lippefreunde e.V." die Aktion "Blühende Landschaft Lippe" vorgestellt. Es wird von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen getragen: von der lippischen Landwirtschaft und der Landwirtschaftskammer, dem Lippischen Heimatbund und dem Kreisimkerverein Lippe, dem Lippequalität e.V., der Biologischen Station Schieder, dem Umweltzentrum Heerser Mühle, dem Westfälischen Freilichtmuseum Detmold, den Sparkassen in Lippe, der Lippischen Landeskirche, der Volksbank Paderborn-Höxter-Lippe und der Gläsel-Stiftung getragen.

Ziel ist der Aktion ist es, durch geeignete Anbau- und Pflegemaßnahmen in öffentlichen, landwirtschaftlichen, betrieblichen und privaten Bereichen die Artenvielfalt an heimischen Blühpflanzen bis in den Herbst hinein wieder zu erhöhen und damit den Wildbienen und Schmetterlingen, den Hummeln und Faltern und natürlich den Honigbienen mehr Raum zu geben und diese zu erhalten. Denn parallel zum Rückgang der Blühflächen seien auch viele Insektenarten drastisch zurückgegangen.

25.03.2014

Info-Veranstaltung am 24.3. in Eben-Ezer

Das große Projekt "Blühende Landschaft Lilppe geht in sein erstes Jahr. Dazu gab es eine Info-Veranstaltung am Montag, 24. März 2014 in der Stiftung Eben-Ezer in Lemgo.

Hauptreferent war Matthias Füller, Leiter der Biologischen Station Lippe. Sein Thema "Warum ist es so schwer, blühende Landschaften zu gestalten?" macht darauf aufmerksam, nicht blauäugig das Thema anzusteuern. Den Problembeschreibungen folgten Lösungsvorschläge. Einen Überblick über das gesamte Projekt und seinen aktuellen Stand gaben Helmut Diekmann und Günter Puzberg, der von der Schirmherrin der Aktion, Dr. Traute zur Lippe, grüßte. Außerdem wurde auf die im Detmolder Freilichtmuseum startende Aktion "Marsch, marsch ins Beet" berichtet, die sich schwerpunktmäßig mit alten Gemüsesorten und interessanten Gartenprojekten befasst.

10.10.2013

Auftaktveranstaltung zu "Blühende Landschaft Lippe"

Das war ein gelungener Auftakt am 9. Oktober 2013 im  Gildezentrum Detmold. Das Projekt "Blühende Landschaft Lippe" ist auf den Weg gebracht.

Die Schirmherrin, Prinzessin Dr. Traute zur Lippe, und die Referenten des Abends waren sich einig: es geht, es lohnt. es macht Arbeit, es erfordert Mut und Ausdauer und man brauche gute Nerven, aber es wird auch Freude machen.

Matthias Füller, Leiter der Biologischen Station Lippe, machte drastisch deutlich, dass es schwer ist, "Blühende Landschaften" zu gestalten. Man müsse erst etwas kaputt machen, zerstören, ausräumen. um das Ziel zu erreichen, Mit ein wenig Blumensamen sei - bezogen auf die Landschaft - gar nichts gewonnen. Auch wenn er mit seinem Fachbeitrag manchem der Anwesenden die Naivität genommen hat, ermutigt hat er doch.

Das tat auch Dirk Sprute, Landwirtschaftskammer NRW, Pflanzenbauberater in Lippe, der nicht nur aufzeigte, wo und wie die Landwirtschaft das Thema angeht, sondern wo auch die wirtschaftliche und politischen Rahmenbedingungen Möglichkeiten schaffen, aber auch verhindern.

Der großstadterfahrene Fachbereichsleiter für Biodiversität in Hannover, Dr. Heino Kamieth, wusste nicht nur von dem Wunsch, sondern auch viel über die Umsetzung von "mehr Natur in der Stadt" zu berichten. Die Begeisterung für mehr Blühbereiche im städtischen Bereich sprang auch über und mancher im Saal fragte sich, wie weit denn die lippischen Kommunen mit ihrem beispielhaften Vorgehen sind.

Alle drei Referenten und die Schirmherrin des Projekts waren sich darin einig, dass jeder in seinem Bereich anfangen könne umzudenken. Die unsinnigen Schottergärten, die aufgeräumten Vorgärten, die langweiligen Rasenflächen im privaten wie im öffentlichen Bereich sollten der Vergangenheit angehören und einem bunten Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere weichen. Weg- und Straßenränder eignen sich dafür besonders gut. Und in jedem Garten gibt es Winkel für Sommerblumen und Bienenweide.

Der Moderator des Abends, Günter Puzberg, konnte am Schluss nicht nur den Referenten und den 140 Zuhörerinnen und Zuhörern danken, sondern auch zusagen, dass dem Auftakt weitere Teile folgenden werden:

Eine Samenverteilaktion für das Frühjahr ist in Arbeit, Blumensamen werden gesponsert, Seetballs erstellt. Was jetzt gebraucht werde seien Flächen, die frei geräumt und für die Einsaat im kommenden Frühjahr vorbereitet werden können. Natürlich wäre es auch schön, wenn sich viele in diese Aktion einklinken würden.

Projekt "Blühende Landschaft Lippe"

Aktion:            „Blühende Landschaft Lippe“
und Projekt „Bienen machen Schule“

Anlass:            In der Landschaft, auf öffentlichen Flächen, auf Betriebsflächen, in Parks und Gärten finden sich immer seltener einheimische Blühpflanzen. Auch die Landwirtschaft nutzt oft alle Flächen wirtschaftlich aus, so dass seltener freie Randstreifen an Äckern, Wäldern und Gewässern, weniger Brachflächen, weniger Heuproduktion, weniger (Vieh-)Wiesen vorhanden sind.
Die Versiegelung von Flächen, aber besonders auch die „Schotterung“ von privaten Gärten, öffentlichen Flächen und Friedhöfen nehmen zu. Weitere Flächen (z.B. die um öffentliche Gebäude und auf Firmengeländen) werden nur mit Rasen eingesät, und der häufige regelmäßige Schnitt verhindert jede dauerhafte Ansiedlung von Blühpflanzen.
Die Biodiversität im pflanzlichen Bereich wird dadurch im Nahbereich immer weiter eingeschränkt. Das betrifft dann auch die auf diese Pflanzen angewiesenen Insekten.
Das hat gravierende Auswirkungen auf den Bestand vieler Wildbienen- und Hummelarten, Schmetterlinge und Falter. Es bedeutet auch einen Rückgang der Honigbienen (nach der Rapsblüte „hungern“ sie).
Das wiederum bedeutet Bestäubungsverlust an Beeren, Kern- und Steinobst (sogar die Rapsernte ist in der Spitze von Bienenbestäubung abhängig) und auch einen Rückgang der Honigproduktion in unserer Region. Tatsächlich muss trotz steigender Zahl an (Hobby-)Imkern in Lippe immer mehr Honig eingeführt werden. Lippequalität vermeldet inzwischen einen Liefermanngel an einheimischem Honig!
Nicht zuletzt bedeutet der Verlust von Blühpflanzen auch eine Einschränkung der sommerlichen und herbstlichen Gärten und des gesamten Landschaftsbildes in Lippe.

Ziele:               Naturnahe Begrünung ungenutzter Flächen in der freien Landschaft und in Siedlungs- und Gewerbebereichen durch die Aussaat von Sommerblühern
Ausweitung der Blühstreifenanlage um landwirtschaftlich genutzte Flächen,
Umbruch von Grasflächen auf öffentlichen, firmeneigenen und privaten Grundstücken zu Blumenwiesen,
Anlage von Wildblumenarealen in Parks und Gärten,
Anlage sogenannter „Bienenweiden“
Schulische Unterrichtsprojekte zum Thema Bienen und Honig und Artenvielfalt in der Natur
Förderung von Schulimkereien als Arbeitsgemeinschaftsprojekte
Erhöhung des heimischen Honigertrags
und vieles mehr.

Vorgehen:       Bewusstseinsbildung durch Beispiele
Bereitstellung von Samen (ein- und mehrjährige Sommerblumen)
Öffentlichkeitsarbeit über Presse
Informationsstände auf lippischen Wochenmärkten (mit Samenverteilaktionen an Privatpersonen und fachlicher Beratung)
Motivierung der lippischen Landwirtschaft, der Kommunen, Firmen
Motivierung von Gartenbesitzern
Erstellung und Bereitstellung von Unterrichtsmaterial
Weitergabe im Rahmen der Lehrerfortbildung
Anregung und Förderung von Schulprojekten zum Thema und Unterricht an außerschulischen Lernorten
Fachartikel in „Heimatland Lippe“
Wettbewerbe für Kinder und Jugendliche

Träger:           Regionalbewegung Lippe (gemeinnütziger Verein Lippefreunde e.V.)

Kooperationspartner:
Lippischer Heimatbund
Lippequalität e.V.
Kreis-Imkerverein Lippe
Umweltzentrum Heerser Mühle
Kreis Lippe
Landwirtschaftskammer NRW
Lippischer Landwirtschaftlicher Hauptverein
Weitere Kooperationspartner angefragt.

Zeitdauer:       Start der Aktion im Frühjahr 2014
geplante Dauer: fünf Jahre

Gesucht:         Geeigenete Grundstücke und Geländeflächen
Sponsoren für die Wildblumensamen
Landwirte oder ehrenamtliche Helfer, die bereit sind, die (geringe) Pflege einer solchen Bienenweide zu übernehmen.
Mitarbeitende bei Marktständen und Samenverteilaktionen.
Vor allem braucht ein solches Projekt Sponsoren, die mit ihren Spenden die Aktionen stützen!

Ansprechpartner:
Günter Puzberg,
Vorstandsvorsitzender der Regionalbewegung Lippe,
dem Lippefreunde e.V.